Ökostrom ohne Investitionskosten
Ein On-Site PPA (Power Purchase Agreement) bietet Unternehmen die ideale Möglichkeit, von günstiger, grüner Energie zu profitieren, ohne selbst in eine eigene EE-Erzeugungsanlage (Erneuerbare Energien) investieren zu müssen. In Zeiten volatiler Energiemärkte und steigender CO₂-Preise sichern langfristige Stromlieferverträge damit maximale Planungssicherheit zu fest vereinbarten Konditionen.
Doch wie genau funktioniert ein On-Site PPA, und warum ist es gerade für den Mittelstand so interessant? In diesem Artikel erfahren Sie, wie das Stromliefermodell aufgebaut ist, welche wirtschaftlichen Vorteile es bietet und wie Unternehmen damit ihre ESG-Ziele erreichen können.
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Ein On-Site PPA (Power Purchase Agreement) ist ein langfristiger Stromliefervertrag zwischen einem Energieerzeuger und einem Direktverbraucher (z. B. einem Unternehmen) bei dem eine EE-Erzeugungsanlage, etwa eine Photovoltaikanlage, direkt auf dem Gelände oder Dach des Verbrauchers (on-site) installiert wird.
Der Verbraucher kauft den vor Ort erzeugten Strom vom Erzeuger zu einem fest vereinbarten Preis, während dieser die Investition, den Bau und den Betrieb der Anlage übernimmt.
Expertenwissen: Was ist ein Off-Site PPA?
Bei einem Off-site PPA befinden sich die EE-Erzeugungsanlage und der Direktverbraucher nicht am selben Standort. In diesem Fall wird der Strom über das öffentliche Netz geliefert und dem Endverbraucher bilanziell zugerechnet.
Sie interessieren sich für das Thema? Weitere Informationen zum Modell „Off-Site PPA“ finden Sie in unserem Beitrag „PV-Betreibermodelle für Unternehmen“.
Bei einem On-Site PPA übernimmt der Energieerzeuger (Anlagenbetreiber) die vollständige Verantwortung für die Finanzierung, Planung, den Bau und Betrieb der EE-Anlage. Darüber hinaus trägt er sämtliche Folgekosten – einschließlich Instandhaltung, Wartung und Fernüberwachung. Der Abnehmer nutzt den erzeugten Strom direkt vor Ort zu einem vertraglich festgelegten Preis. Die Dimensionierung der Erzeugungsanlage orientiert sich in erster Linie am individuellen Lastprofil des verbrauchenden Unternehmens, um eine möglichst hohe Eigenverbrauchsquote zu erzielen.
Während der gesamten Vertragslaufzeit bleibt die EE-Anlage im Eigentum des Anlagenbetreibers. Die Vertragslaufzeit ist flexibel gestaltbar und richtet sich nach den strategischen Zielen der Vertragspartner. In der Praxis sind Laufzeiten von etwa 10 bis 20 Jahren üblich.
Strommengen, die den Eigenverbrauch des Endverbrauchers übersteigen, werden entweder ins öffentliche Netz eingespeist oder in Batteriespeichern zwischengespeichert. Die konkrete Regelung zur Vergütung oder Nutzung dieser Überschüsse wird individuell im Stromliefervertrag festgelegt. Reicht der vor Ort erzeugte Strom – beispielsweise bei hoher Last – nicht aus, wird der zusätzliche Bedarf automatisch durch den bestehenden Stromliefervertrag des Direktverbrauchers gedeckt.
Nach Ablauf der Vertragslaufzeit stehen dem Abnehmer verschiedene Optionen offen. Dazu zählen unter anderem:
Auch diese Möglichkeiten werden im Vorfeld individuell vertraglich geregelt.
On-Site PPAs bieten einen großen Gestaltungsspielraum und können individuell auf die Bedürfnisse beider Vertragspartner zugeschnitten werden. Dabei profitieren vor allem Endverbraucher von den langfristig festgelegten Strompreisen, die ihnen eine hohe Planungssicherheit ermöglichen – ohne eigenes Investitionsrisiko.
Ein zusätzlicher Vorteil ergibt sich aus den direkten Kosteneinsparungen gegenüber klassischem Netzstrom. Denn für den vor Ort produzierten Ökostrom entfallen in vielen Fällen Netzentgelte, Stromsteuer sowie weitere umlagepflichtige Preisbestandteile.
Darüber hinaus tragen Unternehmen mit einem On-Site-PPA aktiv zur Energiewende in Deutschland bei. Angesichts steigender CO₂-Preise und wachsender Anforderungen zur Dekarbonisierung von Produktionsprozessen wird dies zunehmend zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor.
Die Nutzung eines On-Site PPA wirkt sich auch positiv auf die ESG-Bilanz (Environmental, Social, Governance) eines Unternehmens aus. So ermöglichen klare Herkunftsnachweise transparente und glaubhafte Nachhaltigkeits-Reportings.
Da der Strom direkt vor Ort aus erneuerbaren Energien erzeugt wird, sinken insbesondere die sogenannten Scope-2-Emissionen – also indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie.
Zudem handelt es sich bei On-Site PPA-Projekten in der Regel um Neuanlagen. Damit erfüllen sie das Kriterium der „Additionalität“ (Zusätzlichkeit), was im Rahmen von ESG-Bewertungen und Nachhaltigkeitsberichten einen besonderen Mehrwert darstellt.
„Ein On-Site PPA ist die effizienteste Methode für Unternehmen, die Energiewende am eigenen Standort ohne wirtschaftliches Risiko umzusetzen.“
Ein On-Site PPA eignet sich insbesondere für energieintensive mittelständische Unternehmen, die ihren Strombedarf langfristig mit Ökostrom zu festen Konditionen decken möchten. Gleichzeitig bleibt das eigene Kapital (CAPEX) frei für Investitionen in das Kerngeschäft.
Damit sich die Installation auch für den Energieerzeuger rechnet, sollte eine ausreichend große, zusammenhängende Dach- oder Freifläche zur Verfügung stehen. Bei einer Photovoltaikanlage ist es zudem ist wichtig, dass die Dachstatik in einem für das PV-Projekt geeigneten Zustand ist.
Ein On-Site PPA ist die strategische Antwort auf steigende Energiepreise und strengere Klimaschutzauflagen. Es verbindet wirtschaftliche Effizienz mit ökologischer Verantwortung – ganz ohne technisches oder finanzielles Risiko für Unternehmen. Die wesentlichen Vorteile auf einen Blick:
Der Weg zur klimaneutralen Produktion war noch nie so kalkulierbar wie heute. Gerne prüfen wir für Sie, ob auch Ihr Standort die Voraussetzungen für ein On-Site PPA erfüllt. Kontaktieren Sie uns hier für ein unverbindliches Angebot.