Dachausrichtung für Photovoltaik: Ist mein Dach für Solar geeignet?

Vor wenigen Jahren noch war die Antwort auf diese Frage klar. Wer eine PV-Anlage haben möchte, braucht ein Dach mit Südausrichtung. Und ja, die Dachausrichtung für Photovoltaik wirkt sich darauf aus, wie viel Energie Ihre PV-Paneelen potenziell generieren können. Häuser auf der nördlichen Erdhalbkugel und damit auch in Deutschland bekommen am meisten direkte Sonne ab, wenn sie nach Süden ausgerichtet sind. Aber es gibt gute Nachrichten für alle, deren Hausdach nicht direkt nach Süden zeigt. Eine südliche Dachausrichtung für Photovoltaik ist mittlerweile keine Voraussetzung mehr, damit sich ein PV-System für Sie lohnt. Auch ein nach Osten und / oder Westen weisendes Hausdach kann noch ausreichend Strom erzeugen, um Ihren Eigenverbrauch zu decken. Mittlerweile gibt es sogar rentable PV-Installationen auf nach Norden weisenden Dächern.

Dachausrichtung für Photovoltaik in Kürze:
  • Die Dachausrichtung für Photovoltaik ist ein wichtiger Faktor, der die Rentabilität einer PV-Anlage in verschiedenerlei Hinsicht mit bestimmt.
  • Wichtiger als die Dachausrichtung sind allerdings andere Aspekte. Darunter etwa Ihr Stromnutzungsprofil bzw. Ihre Bereitschaft, Ihren Stromverbrauch an den Lauf der Sonne anzupassen.
  • Trotz Leistungsverlusten kann auch eine Ost-West-Dachausrichtung für Photovoltaik sehr rentabel sein. Vor allem für Haushalte, die vor allem morgens und abends Strombedarf haben.
  • Selbst ein Norddach kann sich unter Umständen für die Installation einer Photovoltaikanlage rentieren – besonders dann, wenn es die einzige Seite ist, auf der Sie genügend Dachfläche zur Verfügung haben.

Ost-West oder südliche Dachausrichtung für Photovoltaik

Die Ausrichtung von Solarpaneelen ist einer von mehreren Faktoren, die die Rentabilität einer Photovoltaikanlage beeinflussen. Und wir lernen es ja schon von Kindesbeinen an: „Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf. Im Westen wird sie untergehn, im Norden ist sie nie zu sehen.“ Der Lauf der Sonne auf der nördlichen Erdhalbkugel erklärt, warum Paneelen, die nach Süden ausgerichtet sind, aufs Jahr betrachtet, das meiste Sonnenlicht abbekommen und entsprechend den meisten Solarstrom generieren.Auf Dächern, die nach Südwesten oder Südosten weisen, produziert Photovoltaik circa 8% weniger Strom als auf ihren genau nach Süden zeigenden Pendants. Wenn die PV-Anlage nach Osten oder Westen ausgerichtet wird, beträgt die Stromproduktion schon fast 20% weniger. Schon diese wenigen Zahlen machen deutlich, warum die Dachausrichtung für Photovoltaik so eine Schlüsselrolle spielt. Ein weiterer Faktor ist der sogenannte Azimut.

Dachausrichtung: Azimut
Darstellung Sonnenverlauf zur Berechnung des Azimut
Darstellung Sonnenverlauf zur Berechnung des Azimut
Darstellung Sonnenverlauf zur Berechnung des Azimut

Unter „Azimut“ versteht man die horizontale Position der Sonne am Himmel relativ zu einem Fixpunkt – beispielsweise den Himmelsrichtungen –, betrachtet aus der Perspektive eines zweiten fixen Punktes. Dieser kann beispielsweise Ihr Haus sein.

Sie nehmen also zum Beispiel den Norden als Fixpunkt und weisen ihm auf der nördlichen Erdhalbinsel den Winkel von 0° aus der Perspektive Ihres Standorts zu. Geht nun die Sonne im Osten (90°) auf, sie schauen als noch links bzw. links oben und sehen, wo die Sonne in sphärischem Verlauf am Himmel gerade positioniert ist. Sie möchten diese Position auf einer horizontalen Ebene beschreiben.

Sie müssen sich hierzu eine Dreiecksverbindung von Ihrem Standort zur Sonne zum Boden (besagter horizontalen Ebene) vorstellen. Dort wo die vertikale Verbindung von Sonnenstand zum Boden (Gegenkathete des Dreiecks) und die horizontale von Ihrem Haus zum Boden (Hypothenuse) aufeinandertreffen, wird dann der Fixpunkt „Norden“ wieder wichtig.

Der Winkel von Norden zur Überschneidung der genannten Hypothenuse und Gegenkathete ist dann der Azimut.

Angegeben wird der Azimut immer in Grad. Für die Dachausrichtung ist der Azimut deshalb relevant, weil er den Sonnenstand relativ zu Ihrem Standort angeben kann. Das Verhältnis Dachausrichtung : Azimut spielt bei der Einschätzung der Performance und Wirtschaftlichkeit Ihrer geplanten PV-Anlage eine Rolle. Wir widmen uns diesem Phänomen an anderer Stelle noch ausführlicher.

Ein Dach muss nicht zwangsläufig nach Süden zeigen, um für Solar geeignet zu sein

Die Dachausrichtung wirkt sich zwar auf die Solarstromproduktion aus. Sie ist aber nicht der größte oder wichtigste Einflussfaktor auf die Kosten-Nutzen-Rechnung einer PV-Anlage.Ihr Stromtarif bzw. der kWh-Preis für Ihren Netzstrom, die Einspeisevergütung und ggf. kommunale oder regionale Fördermittel haben einen weitaus größeren Einfluss auf die Rendite Ihrer Photovoltaikanlage als die Menge Solarstrom, die sie generieren kann.Auch Ihre Verbrauchszeiten, das sogenannte Stromlastprofil, wirkt sich auf die Wichtigkeit der Dachausrichtung aus. In Haushalten von zwei voll berufstätigen Erwachsenen, wird der meiste Strom in frühen Morgenstunden und ab dem späten Nachmittag benötigt. Familien mit Kindern und vielleicht nur einem berufstätigen Elternteil oder Personen, die viel im Home Office arbeiten, verbrauchen wahrscheinlich über den Tag mehr Strom als abends und nachts.Bei einer westlichen Dachausrichtung produziert eine Photovoltaikanlage den meisten Strom am Nachmittag – je nach Jahreszeit auch sehr effektiv bis in die Abendstunden. Zu diesen Bedarfszeiten können nach Westen ausgerichtete Paneelen sogar bis zu 50% effektiver sein als nach Süden weisende. Also auch wenn ihre Gesamtproduktionsmenge geringer ist, nach Westen zeigende PV-Anlagen produzieren genau dann Energie, wenn man Sie am meisten benötigt. Familien, die tagsüber keinen nennenswerten Stromverbrauch aufweisen, können mit Photovoltaik auf einem Westdach Ihren Eigenverbrauch maximieren. Und den Eigenverbrauch zu decken, ist für die meisten Anlagenbetreiber der führende Anreiz.Halten wir also fest: Die beste Dachausrichtung für Photovoltaik ist die, mit der Sie den größten Anteil Ihres Stromverbrauchs mit selbst generiertem Solarstrom bestreiten können. Demnach ist die Dachausrichtung dann optimal, wenn sie Ihrem Stromnutzungsprofil entspricht.